Die Wüsten-Feger

Mitarbeitende von Hilti Emirates kämpfen gegen das Müllproblem der Sandlanschaft von Al Awir

Geschmeidig rollt der wuchtige Geländewagen durch den feinen Wüstensand. Syed Mateen blickt auf orangerote Sanddünen, die sich in den blauen Himmel schwingen. Sonst sieht er nichts weit und breit. Ein paar kleine Büsche, hin und wieder eine Gazelle. Es weht ein schwacher Wind. Frühmorgens um sechs ist es mit 18 Grad noch verhältnismässig kühl. Syed, Manager im strategischen Marketing bei Hilti, ist am Ziel. Knapp 60 Helfer sind ihm in wüstentauglichen Autos gefolgt.

Ausser den Hirten einiger Kamelfarmen lebt in der Al Awir-Wüste niemand – knapp 25 Kilometer vom Stadtzentrum Dubais entfernt. Weite Teile der Dünenlandschaft sind lebensfeindlich und von Menschen unberührt. In der Wüste überlebt nur der, der sich perfekt anpasst. Viele Touristen aber tun dies nicht.

Am Fusse einer Düne entdecken die Helfer Rückstände eines Lagerfeuers: Kohle, Holz und Kunststoff. Deshalb sind sie hier, um aufzuräumen, was nicht hierhergehört. Mit Handschuhen, Kehrichtsäcken und Schaufeln suchen sie nach Müll, hinterlassen von Touristen und Besuchern aus aller Welt. 

Experten schätzen, dass durch die Abfälle jedes Jahr hunderte Kamele sterben. „Dagegen wollten die Mitarbeitenden von Hilti Emirates etwas tun“, sagt Syed. Zusammen mit der Stadtverwaltung von Dubai und dem Geländewagen-Club Emarat 4x4 sammelten die Teilnehmer rund 3,5 Tonnen Müll – die Jahresabfallmenge eines europäischen Fünfpersonenhaushalts. Autoreifen, Plastik- und Glasflaschen, Zigarettenkippen, Decken, Einkaufstüten, Kisten und Stühle. Einige Orte sehen aus, als hätten Camper diesen Ort gerade erst verlassen. Ohne den Müll mitzunehmen. 

Nun packen die Mitarbeitenden an. „Wir bei Hilti sind davon überzeugt, dass unternehmerisches Handeln und Denken fest mit einer gesellschaftlichen Verantwortung verbunden ist. Wir unterstützen Aktivitäten, die zu einem Gemeinwohl unserer Gesellschaft beitragen – überall auf der Welt“, sagt Mutaz AlMaani, Leiter der Golfregion bei Hilti. Deshalb wird das Team von Hilti Emirates sogar in der Wüste aktiv. Das Müllproblem könne von den Menschen selbst gelöst werden, durch ein geändertes Verhalten, so Syed. „Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen.“ Zudem ermutigen die Helfer auch andere Organisationen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, sich an ähnlichen Initiativen zu beteiligen.

Ein Team-Mitglied hievt den letzten Müllsack in einen Geländewagen. Mittlerweile hat es 32 Grad, um elf Uhr. In einigen Autos versagt schon die Klimaanlage. Syed steht auf der Spitze eines Sandberges und blickt zufrieden in die Weite. Ein paar Reifenspuren schlängeln sich die Düne hinab. Sonst sieht er nichts. Keine Plastiktüten, keine Autoreifen. Die Sandlandschaft ist zumindest hier wieder unberührt. Genauso, wie es sein soll.

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